Basho-Lieder-Audio

Bashō Lieder | Audio

Die »Bashō Lieder« sind eine klangliche Meditation für Akkordeon solo in fünf Sätzen. Jedem musikalischen Satz ist ein Haiku, ein dreizeiliges Kurzgedicht des japanischen Dichters Matsuo Bashō vorangestellt, dass dem betreffenden „Lied“ Impuls, Richtung und Farbe gibt. Der Vers eines Haikus besteht aus drei Wortgruppen, deren Silben im Verhältnis von fünf – sieben – fünf stehen. Siebzehn gesprochene Silben seien das Maß eines Atemzugs, heißt es.

Matsuo Bashō lebte von 1644 bis 1694 als Dichter und Zen-Mönch in Japan. Viele seiner Haiku schrieb er während langer und einsamer Wanderungen durch das Land. Es sind Verse über die Erfahrung des „hier und jetzt Seins in der Welt“. Seine Haiku sind konkret, beschreiben Natur und Jahreszeiten momentgenau, und suchen doch immer das Ganze. Im Aktuellen das Wesen der Dinge zu finden, ist ihr Sinn. So wird das Beschriebene zu einer Art Ur-Erlebnis. Eine fast zeitlose Sicht auf das Leben. Bewegung und Verharren. Spannung und Entspannung. Einatmen und Ausatmen. Grundstoff, auch in der Musik.

Aufgenommen und gemastert in den RevierTon-Studios, Herne
Tontechnik: Wolfgang Bökelmann
Akkordeon: Dragan Ribić

Gefördert durch ein Stipendium des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW

Bashō 1

Auf diesem Wege
wandert kein einziger Mensch
am Abend im Herbst.

Bashō 2

Die Nachtigall singt
im kleinen Bambusdickicht
von der alten Zeit.

Bashō 3

Nichts als die Stille!
Tief in den Felsen sich gräbt
Schrei der Zikaden.

Bashō 4

Über den Feldern,
von allen Dingen gelöst,
singt da die Lerche.

Bashō 5

Glockenton verklingt –
der Blütenduft steigt herauf,
das ist der Abend.

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